Anisbrezen – Beliebte Spezialität aus Oberfranken

Anisbrezen – Beliebte Spezialität aus Oberfranken

Ehrlich gesagt mochte ich Anis und damit auch die Anisbrezen bis vor einigen Jahren nicht so wirklich gern. Warum eigentlich? Vermutlich verband ich Anis zu sehr mit dem griechischen Ouzo oder dem französischen Pastis. Beides schmeckte mir nie. Heute muss ich sagen, dass ich sowohl den Geschmack des echten Anis, als auch den des Sternanis sehr gerne mag. Sowohl in süßen Speisen, als auch in würzigen.

Die Breze, Brezn oder die/das Brezel ist eine uralte Form, seit dem Mittelalter das Zunftzeichen der Bäckerzunft und heute das Zeichen der Bäckerinnung. Die Breze ist ein Gebildbrot, also ein Gebäck, dass zu bestimmten, meist kirchlichen Anlässen in einer vorbestimmten Form gebacken wird bzw. wurde. Die Anisbrezen werden in Oberfranken gebacken und sind nach unserem Wissen auf diese Region beschränkt und in der restlichen Bundesrepublik meist unbekannt. Das ist schade, denn es handelt sich um ein ausgesprochen leckeres Gebäck. Im Gegensatz zu den bayrischen Brezn handelt es sich bei der oberfränkischen Anisbreze nicht um ein Laugenbäck. Die Anisbrezen werden traditionell zwischen dem Andreastag (30. November) und Aschermittwoch bzw. Gründonnerstag gebacken. Dem Anis wird eine stimulierende und auch aphrodisierende Wirkung zugeschrieben. Die Verwendung von Anis war daher früher streng geregelt.

Am Andreastag wird dem Heiligen Andreas gedacht, einer der Apostel Jesu. Traditionell ist der Andreastag ein Tag, an dem man in die Zukunft schauen und vielleicht seine/n Zukünftige/n kennlernen soll. Bis ins 18. Jahrhundert wurden am 30. November auch Zinszahlungen und die Zahlung des Zehnten, also der Steuern, geleistet. Am Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit, die an die 40 Tage erinnern soll, die Jesus betend und fastend in der Wüste verbrachte. Am Gründonnerstag wird von den Christen dem letzten Abendmahl gedacht, dem Vorabend der Kreuzigung.

Wir finden die Anisbrezen lecker. Sie verdienen es auch überegional bekannt und gebacken zu werden. Wie wäre es zum Fasching, zu Weihnachten oder zu Silvester zur Abwechslung mal mit dieser Spezialität?

Anisbrezen

24. November 2020
: mittel

Ein typisch oberfränkisches Gebäck. Am besten schmecken die Anisbrezen frisch mit etwas Butter zum Kaffee oder Tee. Ein leckeres Gebäck, wenn man den speziellen Anisgeschmack mag. Auch zu deftigeren Speisen, zu Wurst, Käse, zum Braten und zum Bier schmecken die Anisbrezen wunderbar. Die Brezen werden eher hell gebacken.

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Zutaten
  • 375 ml Wasser, lauwarm
  • 500 g Weizenmehl Typ 550
  • 1/2 Würfel frische Hefe
  • 1 Prise Zucker
  • 1 TL Backmalz
  • 1 Prise Salz
  • 75 g Roggenvollkornmehl
  • 90 ml Milch
  • 20 g Butter
  • 30 g Anis, ganz
Anleitung
  • Step 1 Die Aniskörner in der Milch einweichen.
  • Step 2 Das Weizen- und Roggenmehl in eine Schüssel* sieben und eine Mulde in das Mehl drücken.
  • Step 3 Das lauwarme Wasser, Salz, Zucker, Backmalz und die mit den Händen zerbröselte Hefe in die Mulde geben.
  • Step 4 Ca. 15 Minuten ruhen lassen.
  • Step 5 Dann die Zutaten in der Schüssel vermengen und gut durchkneten. Wenn der Teig sich vom Schüsselrand löst, die Schüssel mit einem Tuch abdecken und an einen warmen Ort (zum Beispiel Gärautomat*) stellen.
  • Step 6 Den Teig ca. 30 Minuten gehen lassen.
  • Step 7 Die Milch-Anis-Mischung durch ein Sieb abgießen und die Milch auffangen.
  • Step 8 Den gut abgetropften Anis, 2 EL der aufgefangenen Milch und die erwärmte Butter zum Teig geben.
  • Step 9 Den Teig gut durchkneten und erneut abgedeckt für ca. 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
  • Step 10 Den Teig in 10 gleichgroße Teile schneiden.
  • Step 11 Backblech mit Backpapier auslegen.
  • Step 12 Jedes Teigstück zu einer Rolle mit sich verjüngenden Enden formen und zu einer Breze schlingen.
  • Step 13 Die Brezen auf dem Backblech ca. 15 Minuten ruhen lassen.
  • Step 14 Den Backofen auf 200°C vorheizen.
  • Step 15 In ca. 15 bis 20 Minuten nicht zu dunkel backen.

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