Coburger Schmätzle – Leckere Lebkuchenspezialität

Coburger Schmätzle – Leckere Lebkuchenspezialität

Entstehung und Geschichte der Coburger Schmätzle

Die Schmätzchen oder Schmätzle, Hochdeutsch Küsschen, sind eine Spezialität aus der Stadt Coburg in Oberfranken. Die Coburger Schmätzle sind eine von der Firma Wilhelm Feyler Hoflieferant Bayerische Lebkuchen- und Feingebäck-Fabrikunbezahlte Werbung seit dem 19. Jahrhundert hergestellte Lebkuchenspezialität, die bereits 1904 als Warenzeichen eingetragen wurde. Die Coburger Schmätzle sollen von Wilhelm Feyler aus einem in Thüringen verbreiteten Sirupplätzchen weiterentwickelt worden sein. 1892 wurde von dem Bäckermeister Wilhelm Feyler dazu eine Bäckerei gegründet. 1897 wurden die Coburger Herrscher mit dem Gebäck beliefert. 1907 erfolgte die Ernennung zum Hoflieferanten durch die Herzogin Marie von Sachsen-Coburg und Gotha, Großfürstin von Russland. Es folgten Ehrungen auf den Weltausstellungen in Paris und Brüssel. Die Coburger Schmätzle wird auch als Coburger Goldschmätzchen mit Schokoladenüberzug und einem Tupfer Blattgold verkauft.

BUKECHI | Coburger Schmätzle

BUKECHI | Coburger Schmätzle

Coburg und die Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha

Die Stadt Coburg war vom 16. Jahrhundert bis 1918 Residenzstadt der Herzöge von Sachsen-Coburg. 1826 entstand das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha aus den Herzogtümern Sachsen-Coburg und Sachsen-Gotha. Der Herzog von Sachsen-Coburg Ernst II. setzte als Folge der Märzrevolution (1848) mit dem Staatsgrundgesetz die fortschrittlichste Verfassung eines deutschen Fürstentums ein.

Die Monarchie wurde in Deutschland zwar am 9. November 1918 beendet. Die Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha sind mit ihren Nachfahren aber bis heute in vielen Monarchien in Europa vertreten. Am bekanntesten ist vermutlich, dass Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha 1840 seine Cousine Princess Alexandrina Victoria of Kent, die spätere Queen Victoria heiratete. Bis heute würde der Name der Royal Family eigentlich noch immer von Sachsen-Coburg und Gotha lauten, aufgrund des ersten Weltkriegs wurde dieser Name jedoch vom damaligen König Georg V. als zu deutsch klingend angesehen und in Windsor geändert. Prinz William und Kate Middleton sollen zur Hochzeit die Coburger Schmätzchen als Gruß aus Coburg geschenkt bekommen haben.

Auch andere Mitglieder der herzoglichen Familie von Sachsen-Coburg und Gotha kamen durch Wahl oder Heirat in europäischen Ländern auf den Thron. Nach der Abspaltung Belgiens 1830 wurde entsprechend des Zeitgeistes der damaligen Zeit eine konstitutionelle Monarchie angestrebt. Die Wahl fiel auf Leopold I. aus dem Hause Sachsen-Coburg und Gotha. 1932 heiratete Sibylla von Sachsen-Coburg und Gotha den Prinzen Gustav Adolf Erbprinz von Schweden. Deren Sohn Carl XVI. Gustaf ist seit 1973 König von Schweden.

Veste Coburg

Die Stadt Coburg wird bis heute überragt von der Veste Coburg, eine zur Festung ausgebauten mittelalterlichen Burg. Die Veste Coburg wurde in ihrer langen Geschichte (erstmalige Erwähnung 1225) niemals erobert. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) konnte die Veste dennoch eingenommen werden. Nachdem die Veste Coburg 1635 fünf Monate lang belagert wurde, konnte sie mit Hilfe einer List kampflos eingenommen werden. In einem fingierten Brief wurde vermeintlich die Übergabe der Veste an die Belagerer durch Herzog Johann Ernst befohlen. Die List mit der gefälschten Nachricht des Generals Lamboy ging auf und führte zur Übergabe an die katholischen Truppen.

Auf der Veste Coburg verbarg sich im Jahr 1530 Martin Luther, der eigentlich zusammen mit Philipp Melanchton und Justus Jonas nach Augsburg unterwegs war. Luther und sein Gefolge sollten den Kurfürsten von Sachsen Johann den Beständigen eigentlich zum Reichstag nach Augsburg begleiten. Da Martin Luther aufgrund eines päpstlichen Dekrets des Papstes Leo X. seit 1521 unter Kirchenbann und Reichsacht stand, musste er allerdings in der sicheren Veste zurückbleiben. Luther lebte und arbeitete auf der Veste vom 24. April 1530 bis zum 4. Oktober 1530 und übersetzte hier Teile des Alten Testaments.

Die Exkommunizierung von Martin Luther vom 3. Januar 1521 wegen seiner 95 Thesen vom 31. Oktober 1517 und der Weigerung des Widerrufes in Worms am 17. und 18. April 1521 dieser Thesen wurde niemals aufgehoben. Auf dem Reichstag in Worms 1521 wurde durch Kaiser Karl V. die Reichsacht über Martin Luther verhängt. Damit waren die Lektüre und Verbreitung der Schriften Martin Luthers verboten. Jeder konnte Luther damit an Rom ausliefern. Es war verboten, ihn zu beherbergen. Dies führte auf dem Reichstag in Augsburg am 25. Juni 1530 zum Augsburger Bekenntnis, ein Bekenntnis der lutherischen Reichsstände zum lutherischen Glauben.

Coburger Schmätzle

13. November 2020
: Leicht

Coburger Schmätzle nach unserem Rezept sind sehr lecker. Wir verzieren die Schmätzle nicht mit Schokoladenüberzug, sondern genießen diese pur. Blattgold benötigen wir für die Plätzchen ebenso wenig. Die Würzmischung für die Coburger Schmätzle soll es in der Hofapotheke in Coburg zu kaufen geben. Wir haben hier unsere eigene Mischung der Gewürze für dieses Gebäck kreiert. Der Teig reicht für zwei mal drei Backbleche, also zwei Ofenladungen. Wer die Schmätzle nur für sich selbst und nicht auch zum Verschenken backt, dem empfehlen wir daher die im Rezept angegebenen Mengen jeweils zu halbieren und damit nur die Hälfte der Schmätzchen zu backen.

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Zutaten
  • 500 g Weizenmehl
  • 250 g Honig
  • 250 g Zucker
  • 2 Eier
  • 25 g Butter
  • 200 g Zitronat, gehackt
  • 150 g Walnüsse, grob gehackt, alternativ Mandeln oder Haselnüsse
  • 2 TL Zimt, gemahlen
  • 2 TL Ingwerpulver
  • 2 TL Koriander, gemahlen
  • 1/2 TL Kardamom, gemahlen
  • 2 TL Hirschhornsalz
Anleitung
  • Step 1 Den Honig in einen Topf* geben und zusammen mit dem Zucker bei niedriger Temperatur schmelzen.
  • Step 2 Die Mischung abkühlen lassen und in die Rührschüssel der Küchenmaschine* geben.
  • Step 3 Die Butter und Eier hinzufügen und unterrühren.
  • Step 4 Die Nüsse oder Mandeln hacken und zusammen mit den anderen Zutaten nach und nach mit dem Knethaken zu einem Teig verarbeiten.
  • Step 5 Den fertigen Teig über Nacht bei Zimmertemperatur reifen lassen.
  • Step 6 Am nächsten Tag Backbleche mit Backpapier auslegen.
  • Step 7 Den Ofen auf 180 °C vorheizen.
  • Step 8 Mit nassen Händen den Teig zu kirschgroßen Kugeln verarbeiten. Die Kugeln mit Abstand auf die Backbleche legen.
  • Step 9 Die Backbleche für 10 – 12 Minuten in den Backofen schieben.
  • Step 10 Die Schmätzle vollständig abkühlen lassen und in geschlossenen Dosen* lagern.

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