Aachener Nussprinten – Leckere Printenvariante

Aachener Nussprinten – Leckere Printenvariante

Wir haben euch bereits ein Rezept für Aachener Printen vorgestellt. Da es von diesen leckeren braunen Lebkuchen, die seit etwa 1820 in Aachen gebacken werden einige Varianten gibt, stellen wir euch dieses Mal die Nussprinten vor. Lebkuchen, zu denen auch die Printen zählen, wurden bereits in der Antike gebacken. In Europa wurden Lebkuchen mit dem aufkommenden Christentum häufig als Gebildbrote gebacken und an Gläubige und Wallfahrer verkauft. Die Lebkuchen mit Honig und exotischen Gewürzen waren sehr nahrhaft und mancher hoffte darauf durch ihren Genuss auf ewiges Leben.

Das Privileg Lebkuchen zu backen verlieh Karl der Große den Aachener Bäckern. Die Gebildbrote wurden seinerzeit noch mit der Hand geformt. Bis im 15. Jahrhundert Flüchtlinge aus der Stadt Dinant in Aachen einwanderten, die ihre Art Lebkuchen (Couque de Dinant) herzustellen nach Aachen brachten. Sie drückten den Teig in kunstvoll geschnitzte Holzformen. Dadurch wurden die Muster auf den Lebkuchenteig gedruckt (geprintet). Die Aachener Bäcker übernahen diese Methode. Die Printen waren geboren. Oder doch nicht? Die heutigen Aachener Printen werden nicht mehr in Formen gedrückt und sehen daher eher unscheinbar aus.

Anfang des 19. Jahrhunderts, als es durch die Kontinentalsperre Napoleons von 1806 bis 1814 notwendig wurde eine einheimische Zuckerproduktion zu etablieren, mussten neue Arten von Gebäck und auch Lebkuchen hergestellt werden. Der in alten Zeiten für die Herstellung genutzte Honig wurde bereits oft durch Rohrzucker ersetzt, der durch die Blockade nicht mehr verfügbar war. In dieser Zeit entwickelte der Naturwissenschaftler Franz Carl Achard ein Verfahren um aus einheimischen Rüben Zucker herzustellen. Er nutze dafür Erkenntnisse des Chemikers Andreas Sigismund Marggraf, der bereits 1747 den Zuckergehalt in der Runkelrübe nachwies. 1801 gründete Achard die erste Rübenzuckerfabrik der Welt in Kunern. Durch Selektion der Runkelrüben konnte der Zuckergehalt immer weiter gesteigert werden. Das Luxusgut Zucker, das zudem als Rohrzucker durch Sklavenarbeit hergestellt wurde und exportiert werden musste, wurde dadurch massentauglich.

Die Printenbäcker in Aachen stellte der aus den Rüben hergestellte Zuckersirup allerdings vor enorme Probleme. Der gefertigte Printenteig ließ sich nicht mehr in den Printenformen verarbeiten, da sich die Konsistenz komplett verändert hatte. Da der Teig beim Backen auch nicht mehr die Form hielt, wurde der Teig nach dem Backen einfach in Rechtecke geschnitten. Die heutige Form der Aachener Printen war geboren, auf deren ursprüngliche Herstellung heutzutage nur noch der Name einen Hinweis gibt.

In Aachen wird der Teig für die Printen von den Bäckern lange vor dem Backen hergestellt und teilweise für Monate zum Reifen in Keller gelagert, wie guter Wein. Das müssen wir zu Hause zum Glück nicht machen. Es kann allerdings sein, dass die Printen nach dem Backen sehr hart sind und erst etwas gelagert werden müssen, um gegessen werden zu können. Einige Zeit in der Keksdose oder wenige Tage offen an der Luft bei Zimmertemperatur sollten ausreichen, um die selbstgebackenen Printen genießen zu können.

Aachener Nussprinten – Leckere Printenvariante

22. Dezember 2021
: Leicht

Die Nussprinten sind eine sehr leckere Variante der Aachener Printen. Vor dem Verzehr müssen die fertigen Nussprinten etwas gelagert werden, um weich zu werden.

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Zutaten
  • 200 g Honig
  • 200 g brauner Zucker
  • 75 g Butter
  • 1 Ei
  • 150 g Mandeln oder Haselnüsse, gehackt
  • 400 g Weizenmehl Type 405 oder 550
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1/2 TL Zimt, gemahlen
  • 1/2 TL Nelkenpulver
  • 1/2 TL Koriander, gemahlen, alternativ: 1/2 TL Kardamom, gemahlen
  • 50 g brauner Krümelkandis
  • Für die Glasur:
  • 150 g Zartbitter- oder Vollmilchkuvertüre
  • 20 g Kokosfett
  • optional 50 g Mandeln oder Haselnüsse, grob gehackt
Anleitung
  • Step 1 Den Honig, die Butter und den Zucker in einen Topf* geben. Bei kleiner Hitze unter ständigem Rühren erhitzen, bis der Zucker sich vollständig aufgelöst hat.
  • Step 2 Den Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
  • Step 3 Wenn die Masse maximal noch lauwarm ist, das Ei und die gehackten Mandeln unterrühren.
  • Step 4 Das Mehl mit dem Backpulver und den Gewürzen vermischen und portionsweise unterrühren. Wenn das Unterrühren nicht mehr möglich ist alles gut unterkneten.
  • Step 5 Den Topf mit einem Tuch bedecken und den Teig mindestens eine Stunde oder über Nacht ruhen lassen.
  • Step 6 Die Arbeitsplatte leicht mit Mehl bestreuen, den Teig daraufgeben und ca. 1,5 cm dick ausrollen.
  • Step 7 Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  • Step 8 Den Backofen auf 180°C vorheizen.
  • Step 9 Den Teig mit Hilfe eines Teigstabes* in ca. 7 x 3 cm große Rechtecke schneiden und auf das Backblech legen.
  • Step 10 Die Printen ca. 20 Minuten backen.
  • Step 11 Die Kuvertüre über dem Wasserbad schmelzen, das Kokosfett und die grob gehackten Mandeln oder Haselnüsse hinzufügen.
  • Step 12 Die fertigen Printen etwas abkühlen lassen und mit der Glasur bestreichen.
  • Step 13 Nachdem die Glasur erkaltet ist, die Nussprinten in der Keksdose* lagern. Am besten zwischen jeder Lage ein Stück Backpapier legen.
  • Step 14 Wenn die Printen zu hart sind, einfach ein bis zwei Tage offen liegen lassen.

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