Martinsmann, Stutenkerl, Weckmann …

Martinsmann, Stutenkerl, Weckmann …

Martinsmann, Stutenkerl, Weckmann …

Viele Namen für ein leckeres Gebäck. Jedes Jahr zu Sankt Martin um den 11. November oder auch zum Nikolaustag um den 6. Dezember, bekommt man in einigen Bäckereien diese Figuren aus Hefeteig. Meist haben die Figuren Augen und Knöpfe aus Rosinen und manchmal auch eine Pfeife aus Ton im Mund. Ursprünglich hatten die Figuren einen Bischofstab in der Hand, da die Figuren den heiligen Martin oder auch den heiligen Nikolaus als Bischof darstellen sollen. Aus dem Bischofstab entwickelte sich irgendwann die Tonpfeife.

Die Figuren begegneten uns vor einigen Jahren um den Sankt Martinstag in einer Bäckerei in Karlsruhe. Dort hießen die kleinen Männlein Martinsmann und hatten keine Pfeife dabei. Seitdem haben wir die Figuren sowohl selbst gebacken, als auch in der hiesigen Bäckerei gekauft. Möglicherweise hatte ich die Figuren früher einfach nicht wahrgenommen oder die Bäckereien greifen zurzeit eine alte Tradition auf. In meinen Kindheitserinnerungen kommen diese Figuren jedenfalls nicht vor. Sankt Martin verband ich als Kind immer mit dem Martins- oder auch Martinisingen, als wir mit einer ganzen Kinderschar von Haus zu Haus zogen und sangen:

„Matten Matten Meeren,
die Äpfel und die Beeren,
lass uns nicht so lange steh’n,
wir wollen noch nach Bremen geh’n.

Bremen ist ’ne große Stadt,
da kriegen alle Kinder was,
die Großen und die Kleinen,
sonst fangen sie an zu weinen.“

Von den Leuten erhielten wir dafür Süßigkeiten, Äpfel und manchmal auch ein bisschen Kleingeld. Ich kann mich noch gut erinnern, dass wir bei unseren Touren zu Sankt Martin oft bei ausländischen Gastarbeiterfamilien klingelten, die den Brauch natürlich nicht kannten, nach einer Erklärung der Hintergründe aber immer besonders großzügig waren, was Süßigkeiten oder Kekse anging.

Ursprünglich soll dieser Brauch darauf zurückgehen, dass die Landarbeiter am 11. November für die Wintermonate entlassen wurden. Ihre Kinder zogen an diesem Abend von Haus zu Haus, sangen Lieder vom Heiligen Martin und baten um Lebensmittel, damit die Familie über den Winter kam. Heutzutage ist der Brauch singend von Tür zu Tür zu ziehen wohl, zumindest in unserer Gegend, nahezu ausgestorben. Stattdessen klingelt nur zu Halloween mal eine Handvoll Kinder bei uns. Am Martinstag ist das schon lange nicht mehr vorgekommen. Das finden wir sehr schade. Halloween lässt sich natürlich viel besser vermarkten, macht Spaß und beschert vielen Händlern zusätzlichen Umsatz. Man sollte aber die eigenen Traditionen dabei nicht vergessen. Also: Rettet Sankt Martin! Oder backt doch zumindest einfach mal ein paar lustige Figuren.

BUKECHI | Martinsmann

Stutenkerl, Martinmann, Weckmann usw.

8. September 2020

Bei der Gestaltung der Figuren sind keine Grenzen gesetzt. Ob man einfach mit einer Ausstechform die Figuren aussticht oder diese mit dem Messer aus dem Teig schneidet. Man kann auch aus dem Teig mehrere flachgedrückte Kugeln formen, mit dem Messer Einschnitte für Arme und Beine machen und die Figuren dann mit den Händen nachformen. Mit einer Tonpfeife, die mitgebacken wird oder nach dem Backen mit einer Schleife verschönert, kommen die Figuren bei Groß und Klein super an. Einfach mal zum Sankt Martinstag oder zum Nikolaus ein paar Figuren verschenken und in strahlende Gesichter schauen.

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Zutaten
  • 500g Weizenmehl
  • 100g Zucker
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 125 ml Milch
  • 120g Butter
  • 30g frische Hefe
  • Zum Bestreichen: 4 Esslöffel Milch verquirlt mit 1 Eigelb
  • Rosinen für Augen und Knöpfe
  • optional: kleine Tonpfeifen
Anleitung
  • Step 1 Das Mehl, den Zucker, das Salz und die Eier in eine große Schüssel geben.
  • Step 2 Die Milch und Butter in einem Topf leicht erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Einige Minuten abkühlen lassen.
  • Step 3 Die Hefe in der lauwarmen Milch auflösen.
  • Step 4 Die Flüssigkeit in die Schüssel mit der Mehlmischung geben und alle Zutaten miteinander verkneten.
  • Step 5 Den Teig zugedeckt 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
  • Step 6 Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.
  • Step 7 Den Teig 5 mm dick ausrollen und entweder mit einem Ausstecher* die Figuren ausstechen oder mit einem Messer die Formen aus dem Teig schneiden.
  • Step 8 Die Figuren auf das Backblech legen.
  • Step 9 Das Eigelb und die Milch verquirlen und die Figuren damit bestreichen.
  • Step 10 Die Rosinen für die Augen und Knöpfe in den Teig drücken.
  • Step 11 Eventuell Tonpfeifen* an den Mund legen und einen Arm der Figur darüberschlagen.
  • Step 12 Die Backbleche bei 200°C ca. 20 Minuten in den Ofen schieben, bis die Figuren gut gebräunt sind.
  • Step 13 TIPP: Die Tonpfeifen lassen sich vorsichtig reinigen und wiederverwenden.

Kleine Tipps zum Schluss:

Die niedlichen Tonpfeifen für den Martinsmann* sind hitzebeständig bis 200 °C. Sie können mehrmal verwendet werden. Die Ausstechform*, die wir benutzt haben, beträgt 24 cm (Höhe: 2,3 cm), was eine ideale Größe ist, wenn man den Figuren Tonpfeifen verpassen möchte. Natürlich kann man auch seiner Fantasie freien Lauf lassen und eine eigene Figur ausschneiden. Zum Beispiel wie unsere nette Dame im Bild.

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