Martinsgänse – Süßes Gebäck statt Gänsebraten

Martinsgänse – Süßes Gebäck statt Gänsebraten

Martinstag und Traditionen

Zum Martinstag ist es in vielen Gegenden Tradition, dass nach dem Sankt-Martins-Umzug ein Gänsebraten auf den Tisch kommt. Wir stellen euch hier die vegetarische Variante der Martinsgänse vor. In Teilen Süddeutschlands soll es das süße Gebäck, so wie auch die Martinsmänner, sogar in Bäckereien zu kaufen geben.

Ursprünglich soll die Tradition einen Gänsebraten am 11. November zu servieren aus Frankreich stammen. Allein in Deutschland sollen jeden Herbst etwa 10 Millionen Martingänse verspeist werden. Wie es zu dieser Tradition kam, darüber gibt es verschiedene Meinungen. Im Mittelalter wurden am Martinstag sowohl die Löhne, als auch die Steuerzahlungen fällig. Historiker halten es für am Wahrscheinlichsten, dass die Tradition der Martinsgänse darauf zurückgeht, dass viele Leute ihre Steuern in Naturalien bezahlten. Da damals viele Leute Gänse hielten, dienten diese häufig auch dazu die Steuerschuld zu begleichen. Oft gab es auch ein Fest an diesem Tag und die Gänse dienten dann als Festtagsbraten.

Heute verbinden viele Leute die Tradition der Martinsgans mit der Legende um den Bischof von Tours, den heiligen Martin. Der Tag an dem dem heiligen Martin gedacht wird ist der 11. November. Besonders Katholiken feiern an diesem Tag mit einem Laternenumzug, der von einem Reiter in römischem Gewand angeführt wird, den Martinstag. Die Bräuche zum Martinstag sind je nach Gegend sehr unterschiedlich. Für Kinder werden häufig Gebäcke verteilt. Je nach Region zum Beispiel Gebäcke in Form eines Mannes (Stutenkerle, Weck- oder Martinsmänner), Martinshörnchen oder auch das hier vorgestellte Gebäck in Form einer Gans.

BUKECHI | Martinsgänse

Christliche Legende um einen römischen Soldaten

In der christlich geprägten Legende um den heiligen Martin spielen die Gänse eine besondere Rolle. Ursprünglich soll der spätere Heilige, der im heutigen Ungarn in der Stadt Sabaria im Jahr 316 oder 317 geboren wurde, im Alter von 15 Jahren römischer Soldat geworden sein. Martins Vater war ein Militärtribun in der Armee des römischen Reiches zur Zeit des Kaisers Konstantin des Großen. Erstmals wird zu dieser Zeit das römische Reich von einem Kaiser regiert, der dem Christentum beigetreten war. Zuvor wurden Christen im römischen Reich verfolgt. Martins Weg in die Römische Armee war vom Vater vorbestimmt. Schon der Name Martin (eigentlich Martinus) geht auf den römischen Kriegsgott Mars zurück. Martin wurde Offizier und soll zeitweise der Leibgarde Konstantin II., dem Sohn des Kaisers, angehört haben. Er diente in verschiedenen Orten in Italien und Frankreich, wo er mit dem christlichen Glauben in Kontakt kam. Im Jahr 334 soll Martin in der Nähe der Stadt Amiens stationiert gewesen sein. An einem eisigen Wintertag soll er dort zusammen mit anderen Soldaten auf einen unbekleideten Bettler getroffen sein. Der Bettler zitterte vor Kälte und bat die römischen Soldaten um Hilfe vor dem Erfrieren. Die anderen Soldaten lachten den Bettler aus. Der Soldat Martin hatte aber Mitleid mit dem frierenden Mann. Da Martin nichts bei sich trug, als sein Schwert und seinen warmen Militärmantel, teilte er den Mantel durch einen Schwerthieb in zwei Teile und gab dem Bettler eine Hälfte des Mantels. Damalige Militärmäntel waren Ärmellos und hatten eher die Form einer großen Decke.

Vom Mönch zum Bischof dank der Gänse

In der folgenden Nacht soll Martin eine Erscheinung gehabt haben. Jesus erschien ihm bekleidet mit der Mantelhälfte im Traum und soll zu einem Engel gesagt haben, dass Martinus, der noch nicht getauft ist ihm diesen Mantel schenkte. Den Traum soll Martin so gedeutet haben, dass er sich ganz in den Dienst Gottes stellen und den Militärdienst verlassen sollte. Martin ließ sich taufen und verließ die Armee sobald es ihm möglich war, denn die Militärzeit betrug 25 Jahre.

Nach dem Ausscheiden aus der römischen Armee ließ er sich zum Priester ausbilden und lebte dann als Einsiedler in Italien. Später gründete er in Ligugé/Frankreich das erste Kloster des Abendlandes. Bei den Menschen soll Martin sehr beliebt gewesen sein. Als 372 der Bischof von Tours ernannt werden sollte, fiel die Wahl daher auf Martin. Der Legende nach soll ihm die Wahl unangenehm gewesen sein. Denn er mochte das Leben in der Abgeschiedenheit. Um der Ernennung zu entgehen, soll Martin sich daher in einem Gänsestall versteckt haben. Die Gänse schnatterten aber so laut, dass Martin gefunden und doch zum Bischof von Tours ernannt wurde. Auch als Bischof soll er das bescheidene Leben eines einfachen Mönchs geführt haben. Der Bischof Martin von Tours starb am 8. November 397 und wurde am 11. November beerdigt. Er wurde schnell als Heiliger verehrt. Martin von Tours wurden viele Wundertaten und Heilungen nachgesagt. Der Frankenkönig Chlodwig (481-511) erklärte den heiligen Martin zum Nationalheiligen und zum Schutzherrn der fränkischen Könige. Der heilige Martin war der erste Heilige, der nicht als Märtyrer für seinen Glauben gestorben ist. Allein in Frankreich soll es über die folgenden Jahrhunderte 3500 Kirchen mit seinem Namen gegeben haben. Die Kirche in Tours mit seiner Grabstätte wird noch heute von vielen Christen besucht.

Der heilige Martin – Vorbild für gläubige Christen

Bis heute ist die Geste des Teilens des Mantels mit einem Bettler ein Vorbild für gläubige Christen. Laut Bibel sagte Jesus:

“Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan”.

Es ist ein Vorbild, Menschen in Not zu helfen. Einer Legende nach sollen die Gläubigen früher mit Fackeln und Kerzen zum Grab des Heiligen Martins gezogen sein. Daraus soll die Tradition des Martinsumzugs geworden sein.

Martinsgänse – Süßes Gebäck statt Gänsebraten

21. Oktober 2021

Süße Martinsgänse aus Quark-Öl-Teig sehen besonders schön aus, wenn man aus den Teigresten noch ein paar Flügel ausschneidet und diese auf die ausgestochenen Gänse legt und leicht andrückt. Wer keinen Ausstecher in Gänseform hat, kann auch eine Gans auf ein Blatt Papier zeichnen, ausschneiden, auf den Teig legen und mit einem Messer drumherum schneiden. Gutes Gelingen!

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Zutaten
  • 250 g Quark
  • 125 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz
  • 100 ml Öl
  • 400 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • Zum Bestreichen:
    1 Eigelb
    1 EL Milch
    Rosinen für die Augen
Anleitung
  • Step 1 Den Quark, Zucker, Vanillezucker, das Öl, Ei und Salz in die Rührschüssel geben und gut verrühren.
  • Step 2 Das Mehl und Backpulver vermischen und portionsweise unterkneten, bis ein glatter Teig entstanden ist.
  • Step 3 Die Arbeitsplatte mit Mehl bestreuen und den Quark-Öl-Teig daraufgeben.
  • Step 4 Den Teig portionsweise ca. 0,5 cm dick ausrollen und jeweils mit einem Ausstecher in Gänseform* ausstechen.
  • Step 5 Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.
  • Step 6 Die ausgestochenen Gänse auf die Backbleche verteilen.
  • Step 7 Ein Ei trennen. Das Eigelb mit der Milch verquirlen und die Martinsgänse mit einem Backpinsel damit bestreichen.
  • Step 8 In jede der Martinsgänse eine Rosine als Auge eindrücken.
  • Step 9 Den Backofen auf 175 °C vorheizen.
  • Step 10 Die Martinsgänse in ca. 15 – 20 Minuten goldbraun backen.

Kleine Tipps zum Schluss:

Die Größe der Ausstechform für Martinsgänse*, die wir benutzt haben, beträgt 24 cm, was eine schöne Größe zum verschenken ist. Wer kleinere Gänse ausstechen möchte,  wählt die Größe 17,5 cm*. Es gibt natürlich auch, je nach Geschmack, andere Varianten, z. B. wie diese*.

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