Mushy Peas – Britisches Erbsenpüree

Mushy Peas – Britisches Erbsenpüree

Ein richtig traditionelles, ungewöhnliches und damit sehr britisches Gericht sind Mushy Peas. Zunächst mutet das ganze wie sehr dick eingekochte Erbsensuppe an. Dies tut dem Ganzen aber Unrecht, denn tatsächlich sind die Mushy Peas neben der Tartar Sauce, der Chip Shop Curry Sauce oder auch der HP Sauce, eine der möglichen Beilagen zu wirklich traditionellen Fish and Chips. Auch zu Bangers and Mash, in Deutschland würde man Bratwurst und Kartoffelpüree sagen, sind Mushy Peas eine beliebte Beilage. Die Konsistenz der Mushy Peas lässt sich am ehesten mit einem sehr dicken Kartoffelpüree vergleichbar.

BUKECHI | Fish and Chips – Shop Tower of London

Außerdem gehören Mushy Peas zur britischen Küche wie Malzessig, Full English Breakfast oder Scones mit Clotted Cream einfach dazu. Auch wenn man der britischen Küche immer noch eine gewisse Ungenießbarkeit nachsagt, ist dies ein Klischee, denn die Küche im Vereinigten Königreich ist unglaublich vielfältig und lecker. Man hat es in UK geschafft die Einflüsse aus den ehemalige Kolonien in die eigene Küchentradition zu integrieren, ohne dabei seine kulinarische Eigenständigkeit zu verlieren. Im Gegenteil. Man denke nur an Curry, Tee, Ingwerbier und die viele Arten von exotischen Pickles.

Ähnliches kann man zum Beispiel auch in London erleben, was sich bewährt hat, wird erhalten und in neues integriert. So entstand auch in der britischen Metropole eine einzigartige Mischung aus Tradition und Moderne, nicht nur, was die Architektur angeht. Die Briten erfinden sich immer wieder neu und bleiben sich doch immer selbst treu.

Die Geschichte mit den Erbsen

Im Vereinigten Königreich werden spezielle Erbsen für die Zubereitung von Mushy Peas verwendet. Es handelt sich dabei um sogenannte Marrowfat Peas. Diese spezielle Sorte ist besonders groß und stärkehaltig. Sie werden nicht wie die Gartenerbsen jung geerntet. Marrowfat Peas werden auch nicht geerntet, wenn sie reif sind. Erst, wenn die Erbsen auf natürliche Weise auf dem Feld, in der Schote, getrocknet sind, werden sie geerntet.

Die Marrowfat Peas mit einer besonders schönen Farbe werden von Großbritannien nach Japan exportiert, um daraus Knabbereien (Wasabi-Erbsen) zu machen. Blassere Erbsen werden in Dosen eingemacht, während die dünnschaligen Exemplare der Marrowfat Peas zur Zubereitung von Mushy Peas genutzt werden.

Eine Legende zu den Marrowfat Peas besagt, dass im frühen 20. Jahrhundert eine besonders pralle Erbsensorte mit Namen Maro aus Japan nach England eingeführt wurde. Diese sollte im britischen Klima für die japanische Snackindustrie angebaut werden. Die Japaner wollten im britischen Klima besonders große Maro-Erbsen (Fat Maros) ernten. Schließlich soll sich aus dem Begriff Fat Maros das Wort Marrowfat entwickelt haben.

Tatsächlich soll sich das Wort Marrowfat aber bereits 1730 als Kofferwort aus marrow (Mark) und fat (prall oder fett) entwickelt haben. Es handelt sich bei Marrowfat Peas also um pralle oder dicke Markerbsen.

Was kann als Ersatz für Marrowfat Peas genommen werden?

Ein sehr guter Ersatz für Marrowfat Peas sind getrocknete Grüne Schälerbsen. Am besten die halbierten Schälerbsen verwenden, aber die ganzen, getrockneten Grünen Erbsen funktionieren auch. Tiefgefrorene Erbsen sind kein adäquater Ersatz. Man kann daraus zwar irgendein Erbsenpüree herstellen, aber eben keine Mushy Peas. By the way: Das Natron für das Einweichwasser keinesfalls durch Backpulver ersetzen! Auch das ist etwas völlig anderes und würde nicht funktionieren.

Kann man eine große Menge Mushy Peas herstellen und wie sollte man sie lagern?

Sicher kann man eine große Portion Mushy Peas herstellen. Diese sind in einem luftdichten Behälter nur wenige Tage haltbar. Vielleicht maximal eine Woche. Bei größeren Mengen können die Mushy Peas aber sehr gut eingefroren werden. Einfach portionsweise in Ziploc-Gefrierbeuteln* einfrieren und bei Bedarf in der Mikrowelle auftauen und auf dem Herd erhitzen. Gegebenenfalls kann dann noch etwas Wasser hinzugefügt werden.

Mushy Peas – Britisches Erbsenpüree

9. Januar 2026
: Leicht

Mushy Peas werden traditionell als Zutat zu Fish and Chips serviert, passen aber genauso gut zu Fleisch. Mit frischer Minze schmeckt das Erbsenpüree besonders gut, Minze ist aber kein Muss.

Zutaten
  • 250 Gramm getrocknete, halbierte Grüne Schälerbsen, alternativ getrocknete Grüne Erbsen
  • 1 EL Natron
  • 500 ml Wasser zum Einweichen
  • 500 ml Wasser
  • 1 bis 2 Teelöffel Zucker
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • Optional: Eine Handvoll frische Minzblätter
Anleitung
  • Step 1 Die getrockneten Erbsen in eine große Schüssel* geben.
  • Step 2 Zum Einweichen der Erbsen das Natron und 500 ml kochendes Wasser hinzufügen.
  • Step 3 Über Nacht oder ca. 12 Stunden stehen lassen.
  • Step 4 Die Erbsen in ein Küchensieb* geben, das Einweichwasser abgießen und gut abspülen.
  • Step 5 Frisches Wasser in einen großen Topf* zum Kochen bringen.
  • Step 6 Die Erbsen in den Topf geben.
  • Step 7 Das Salz und den Zucker hinzufügen und gut verrühren.
  • Step 8 Die Hitze reduzieren. Den Topf mit einem Deckel abdecken und ca. 30 Minuten köcheln lassen. Gelegentlich umrühren.
  • Step 9 Wenn die gesamte Flüssigkeit von den Erbsen aufgesogen wurde und die Erbsen dick und matschig sind, den Topf vom Herd nehmen.
  • Step 10 Falls gewünscht die Minzblätter von den Stielen trennen und in einem Küchensieb unter fließendem Wasser abspülen. Dann die Minzblätter gut abtrofen lassen, sehr feinhacken und unter das Erbsenpürree rühren.
  • Step 11 Sollte das Erbsenpüree zu dick geworden sein, etwas heißes Wasser einrühren.
  • Step 12 Am besten mit Fish and Chips oder einer selbstgemachten Fleischpastete genießen.

*Werbung – Affiliate Links: Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen. Das bedeutet, dass wir eine kleine Provision bekommen, wenn du ein Produkt auf Amazon kaufst, auf das du per Klick über diese Seite gekommen bist. Der Preis erhöht sich für dich aber nicht!


Ähnliche Beiträge

Malzessig – Günstig selber ansetzen

Malzessig – Günstig selber ansetzen

Der Malzessig gilt gemeinhin als „Ketchup der Briten“. Anfangs für Kontinentaleuropäer gewöhnungsbedürftig und doch einmalig gut. Am besten selbstgemacht.

Chip Shop Curry Sauce – Britannien trifft Asien

Chip Shop Curry Sauce – Britannien trifft Asien

Einst als Fusion aus indischen und chinesischen Einflüssen durch Migranten erfunden. Heute eine beliebte Sauce zu Chips und allem Frittierten.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert