Fish and Chips – The real thing

Fish and Chips – The real thing

Fish and Chips oder Fish‘n‘Chips ist nicht irgendein Gericht oder einfach nur Fastfood. Es ist quasi die heimliche britische Nationalspeise. Manch ein Brite wird wahrscheinlich die Nase rümpfen, ob der Dinge, die man in Deutschland und anderen Ländern als Fish and Chips verkauft. Zumindest hat es mit dem, was man in Großbritannien darunter versteht oft wenig zu tun. Lediglich im Teigmantel frittierter Fisch mit Pommes und einer Art Remouladensauce macht noch kein Fish and Chips. Wir versuchen Licht ins Dunkel zu bringen.

Warum ist Fish and Chips so beliebt?

In Großbritannien wird vermutlich kaum jemand auf die Idee kommen, Fish and Chips zu Hause zuzubereiten. Fish and Chips ist auf der Insel allgegenwärtig, an jeder Ecke erhältlich und relativ günstig. Es ist ein klassisches Takeaway, Streetfood, dass man in Papp- oder Styroporboxen zum Essen mit nach Hause nimmt. Traditionell isst man Fish and Chips mit den Fingern. Allerdings erhält man heutzutage auch eine Holzgabel dazu.

BUKECHI | Fisch and Chips von Poppies

BUKECHI | Fisch and Chips – Poppies-Price

Früher wurden Fish and Chips in altes Zeitungspapier gewickelt, einerseits zum Warmhalten, andererseits auch um überschüssiges Fett aufzusaugen. Dies ist aber seit den 1980er Jahren, aufgrund verbesserter Hygienevorschriften nicht mehr erlaubt.

Das Fish and Chips einen so großen Stellenwert hat und zum Nationalgericht der Briten wurde, geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Damals, während der Industrialisierung konnte einerseits der Fischfang auf weite Teile des Atlantiks ausgedehnt werden. Andererseits konnte der frische Fisch, dank der Eisenbahn, landesweit innerhalb kurzer Zeit in die Großstädte transportiert werden. Die Arbeiter in den Fabriken, in London und den großen Industriestädten, benötigten jederzeit verfügbares, günstiges und nahrhaftes Essen. Durch die kleinen, häufig als Familienbetriebe geführten Fish and Chips-Läden (die Briten sagen Chippy), wurde diese Versorgung sichergestellt. Fish and Chips avancierte zum Grundnahrungsmittel der Arbeiterklasse.

BUKECHI | Fisch and Chips – Poppies (BANK)
BUKECHI | Fisch and Chips – Poppies (Shop)

1910 soll es im Vereinigten Königreich 25000 Läden gegeben haben, die Fish and Chips verkauften. 1913 schloss man sich in der National Federation of Fish Friers zusammen. Im ersten Weltkrieg leistete die Versorgung mit Fish and Chips einen maßgeblichen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung. Selbst während des zweiten Weltkriegs waren Fish and Chips ein wichtiger Bestandteil der Ernährung für die Zivilbevölkerung sowie die British Army. Es war das einzige Lebensmittel in dieser Zeit, dass keiner Rationierung unterlag. Winston Churchill bezeichnete Fish and Chips als „the good companions“ (die guten Gefährten). Churchill war bewusst, dass die allgemeine Verfügbarkeit während der Kriegsjahre entscheidend war, um die Moral der britischen Bevölkerung aufrechtzuerhalten.

Die Menschen, die wegen der Bombenangriffe der Deutschen Luftwaffe aus den Großstädten (The Blitz) evakuiert wurden, wurden mit speziellen Lieferfahrzeugen, mit Fish and Chips versorgt. Was die Bedeutung dieses Gerichts für die britische Seele, die es bis heute hat, unterstreicht.

Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts verlor Fish and Chips durch die sich ausbreitenden Fastfoodrestaurants, mit seinen Burgern, Dönern, Pizzen und Tacos an Bedeutung. Dennoch ist es immer noch ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Anfang der 2000er Jahre wurden immerhin 60000 Tonnen Fisch und 500000 Tonnen Kartoffeln zu dem typisch britischen Gericht verarbeitet. In den 1930er Jahren gab es landesweit 35000 Chippys. Bis 2009 sank die Zahl der Fish and Chips-Läden aufgrund der Fastfood-Konkurrenz auf 10000.

Auch in vielen anderen Ländern, besonders denen des Commonwealth ist Fish and Chips sehr beliebt. Die regional verwendeten Fischarten variieren in den jeweiligen Ländern.

Wer hats erfunden?

Der Ursprung von Fish and Chips liegt heute im Dunkeln. Die Chips (Kurzform von „chipped potatoes“) bestanden in früheren Zeiten aus Brotstreifen. In Zeiten von mangelndem Weizen wurden dann die reichlich vorhandenen Kartoffeln genutzt. Die Zubereitungsart der Chips schwappte wohl aus Frankreich über den Ärmelkanal. Die frittierten Kartoffelsticks sind in Großbritannien allerdings wesentlich dicker geschnitten, als dies bei Pommes frites der Fall ist. Außerdem sind die typischen Chips eher weich und niemals knusprig frittiert.

Es wird gesagt, dass ein Mann namens Joseph Malin 1860 den ersten Fish and Chips Laden im Londoner East End eröffnet hat und somit als Urvater der Fish and Chips gilt. Dies gilt allerdings als fraglich, da es bereits in anderen Londoner Stadtteilen in den 1850er und 1860er Jahren derartige Läden gab. Es wird angenommen, dass die Art der Zubereitung des Fisches durch jüdische Einwanderer nach Großbritannien kam. Einer dieser Zuwanderer war besagter Joseph Malin der den Fisch und die Chips als erster in Kombination verkauft haben soll.

In den 1850er Jahren kamen vermehrt Chuts nach Großbritannien. So nannte man die jüdischen Einwanderer aus den Niederlanden, die während des viktorianischen Zeitalters nach Großbritannien immigrierten. Unter ihnen spanische und portugiesische Juden, die die Art Fisch zu frittieren (Pescado frito=gebratener Fisch) aus ihrer alten Heimat mitbrachten. Der Fisch wurde in Mehl gewendet und in Öl frittiert. Vermutlich entwickelte sich daraus das britische Gericht Fish and Chips.

Seit 2003 die Fish Labelling Regulations in Kraft traten muss der verwendete Fisch unter dem regulären Handelsnamen benannt werden. Dadurch reicht es nicht mehr aus, die vage Bezeichnung Fish and Chips anzugeben. Stattdessen muss es zum Beispiel Cod and Chips heißen.

Welchen Fisch sollte man verwenden?

Am häufigsten wird in Großbritannien Cod (Kabeljau) zu Fish and Chips verarbeitet. In vielen Fish and Chips-Läden kann man jedoch aus verschiedenen Fischarten wählen. Diese werden dann frisch zubereitet. Gängige Fischsorten sind Haddock (Schellfisch), Pollock (Seelachs), Whiting (Merlan), aber auch Plaice (Scholle) und andere Meeresfische. Was den Fisch auszeichnet ist, dass dieser ausgesprochen frisch ist. Keine Tiefkühlware. Der Fisch wird traditionell in großen Stücken, als Filet paniert und frittiert.

Welche Beilagen zu Fish and Chips?

Zum absoluten Muss gehört zweifellos der Malzessig, der so unerlässlich zu Fish and Chips gehört, wie in Deutschland der Ketchup zu Pommes. Salz ist kein Muss zu Chips in Großbritannien, aber wenn dann eine ordentliche Prise nicht zu feines Meersalz. Am besten Meersalzflocken* über die Chips bröseln.

Dazu eine der beliebten Saucen. allen voran die Tartar Sauce, die Chip Shop Curry Sauce oder Brown Sauce/HP Sauce. Wie wäre es aber zum Beispiel mit dem ebenfalls beliebten Erbsenpüree, den Mushy Peas? Die Mushy Peas gehören ohne Zweifel zu guten Fish and Chips dazu. Weitere mögliche Beilagen sind eingelegte Gurken (Gherkins), eingelegte Zwiebeln (Pickled Onions) oder eingelegte Eier (Pickled Eggs). Alles hier aufgeführte ist typisch Großbritannien. Vieles davon im Rest der Welt unbekannt oder maximal eine Randerscheinung, in UK aber allgegenwärtiges Comfort Food. Unbedingt ausprobieren!

BUKECHI | Fish and Chips – Shop Tower of London

Fish and Chips – The real thing

9. Januar 2026
: Leicht

Fish and Chips, der britische Klassiker zum Selbermachen. Traditionell wird das Fischfilet nicht in Stücke geteilt. Wir machen dies in unserem Rezept, damit das Panieren einfacher ist. Wer möchte, kann das Fischfilet natürlich in einem Stück panieren und frittieren. Bei dem Bier darauf achten, dass es nicht nur alkoholfrei ist, sondern auch 0,0 % Alkohol enthält. Als alkoholfrei klassifiziertes Bier kann tatsächlich bis zu 0,5 % Alkohol enthalten. Alternativ kann eventuell Mineralwasser verwendet werden.

Zutaten
  • 850 g große, mehligkochende Kartoffeln
  • 700 g frisches Kabeljaufilet, alternativ anderen Seefisch, z. B. Seelachs
  • Optional: Salz und Pfeffer
  • 150 g Weizenmehl zum Wenden
  • 225 g Weizenmehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 300 ml helles, kaltes Bier (alkoholfreies 0,0 % Pils oder Lager)
  • Frittieröl zum Frittieren
Anleitung
  • Step 1 Die Kartoffeln schälen und abwaschen.
  • Step 2 Die Kartoffeln in ca. 1 – 1,5 cm dicke Pommesstreifen schneiden.
  • Step 3 Das Frittieröl in einer Fritteuse* oder einem großen Topf auf 120°C erhitzen.
  • Step 4 Die Kartoffelstreifen portionsweise für ca. 7 – 8 Minuten farblos vorfrittieren. Mit einer Schaumkelle* aus dem heißen Öl nehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
  • Step 5 Das Frittieröl auf 175°C erhitzen.
  • Step 6 Ein Backblech mit Backpapier belegen und in den Ofen schieben.
  • Step 7 Den Backofen auf 160°C vorheizen.
  • Step 8 Das Kabeljaufilet in vier gleich große Teile schneiden. Optional mit etwas Salz und Pfeffer bestreuen
  • Step 9 Das Mehl für die Panade in eine Schüssel geben und mit dem Backpulver vermischen.
  • Step 10 Das kalte Bier hinzufügen und mit einem Schneebesen glatt rühren. Sollte die Konsistenz zu dünn sein, noch ein bis zwei Esslöffel Mehl hinzufügen.
  • Step 11 Das Mehl zum Wenden auf einen extra Teller geben.
  • Step 12 Die Fischstücke im Mehl wenden und portionsweise in den vorbereiteten Teig tauchen. Abtropfen lassen und für ca. 4 Minuten goldbraun frittieren.
  • Step 13 Auf das vorbereitete Backblech legen und im Ofen warm halten.
  • Step 14 Die Chips portionsweise im 175°C heißen Fett ca. 3 – 4 Minuten fertig frittieren.
  • Step 15 Auf Küchenpapier abtropfen lassen und nach Wunsch salzen.
  • Step 16 Den Fisch und die Chips auf vier Teller verteilen.
  • Step 17 Klassisch großzügig mit Malzessig beträufeln und die Chips mit Meersalzflocken bestreuen. Mit Tartar Sauce, Mushy Peas, Chip Shop Curry Sauce oder Brown Sauce servieren.

*Werbung – Affiliate Links: Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen. Das bedeutet, dass wir eine kleine Provision bekommen, wenn du ein Produkt auf Amazon kaufst, auf das du per Klick über diese Seite gekommen bist. Der Preis erhöht sich für dich aber nicht!



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert